Informationen zum Tracking

Unter dem Begriff Tracking versteht man die Nachverfolgung von Kontrolluntersuchungen (d.h. im Screening auffällige Kinder bzw. noch nicht untersuchte Kinder). Es ist also eine Ergänzung der eigentlichen Hörscreening-Untersuchung und dient der rechtzeitigen Feststellung einer möglichen Hörstörung.

Als Trackingzentrale für das Neugeborenenhörscreening in Sachsen-Anhalt fungiert das Fehlbildungsmonitoring Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Neugeborenenscreening Sachsen-Anhalt.

Die Aufklärung der Eltern über das Tracking des Hörscreening erfolgt zusammen mit der Aufklärung über das erweiterte Neugeborenenscreening (Stoffwechselscreening) und wird auf einer entsprechenden Einwilligungserklärung dokumentiert.

In Sachsen-Anhalt werden von den Geburtseinrichtungen die ausgefüllten Hörscreening-Meldebögen (unter Angabe der Screening-ID*) an das Fehlbildungsmonitoring Sachsen-Anhalt gesendet. Hier erfolgen die Dateneingabe, die Datenauswertung und das Tracking des Hörscreening.

[ *Screening-ID: eindeutige Identifikationsnummer, bestehend aus 12 Nutz- und Prüfziffern, durch
mathematischen Zusammenhang der Ziffern ist Screening-ID vor Missbrauch und unrechtmäßige Nutzung der Daten geschützt. ]

Ist auf dem Meldebogen bei angegebener Screening-ID kein Befund eingetragen oder sind die angegebenen Informationen unschlüssig, erfolgt zunächst eine Rückfrage an die Geburtsklinik per Fax, welche ausgefüllt und an die Trackingstelle zurückgesandt werden soll.

Als eigentlicher Kontrolltermin für den Beginn des Tracking wird automatisch in der Datenbank das Datum zwei Monate nach der Geburt eingesetzt.

Ist bis dahin der Status des Kindes unauffällig erfolgen keine Tracking-Maßnahmen. Bei auffälligen Befunden bzw. bei Kindern, die bis dato noch keine Hörscreening-Untersuchung erhalten haben, beginnt nun das Tracking.

Für Kinder, die noch keinen Hörtest erhalten haben wird je nach Fall individuell bei der Geburts- oder Kinderklinik erfragt, ob bzw. wann und mit welchem Befund das Kind einen Hörtest erhalten hat. Ist bereits bekannt, dass das Kind vorzeitig entlassen wurde oder die Geburt ambulant stattfand, werden die Eltern mit einem Schreiben an die Durchführung des Hörscreening erinnert.
Bei Kindern, die in der Geburts- oder Kinderklinik ein ein- oder beidseitig auffälliges Hörscreening-Ergebnis hatten und bei denen bis zwei Monate nach der Geburt noch kein weiterer Befund in der Trackingdatenbank einging, wird entweder je nach Kenntnisstand über eine geplante Wiedervorstellung bei den betreuenden Ärzten nachgefragt oder ebenfalls ein Erinnerungsschreiben an die Eltern gesandt.

Die Erinnerungsschreiben werden bis zu dreimal in einem Abstand von jeweils vier Wochen an die Eltern geschickt. Gibt es zwischenzeitlich einen Befundeingang, wird dieser in die Trackingdatenbank eingepflegt und je nach Befund wird das Tracking als »unauffällig« abgeschlossen oder bei kontrollbedürftigen Befunden weitere Nachfragen oder Erinnerungen getätigt.

Sollten nach drei Erinnerungsbriefen an die Eltern keinerlei neue Informationen in der Trackingstelle eingehen, wird der Fall abgeschlossen (entweder als »lost to follow up«oder »kein Screening«). Telefonische Erinnerungsversuche der Eltern nach den drei Briefen durch die Trackingzentrale haben sich nicht bewährt und werden auf Grund zeitlicher und personeller Grenzen kaum noch durchgeführt.

Bei den Kindern, die sich in HNO-ärztlicher oder pädaudiologischer Betreuung befinden gilt als Ende der Tracking-Maßnahmen entweder der Status »unauffällig« bzw. »Ausschluss Hörstörung« bzw. die Feststellung einer ein- oder beidseitigen Hörstörung.

Verschiedene Studien haben belegt, dass ein Neugeborenenhörscreening ohne Tracking nicht zur notwendigen Vorverlagerung des Diagnose- und Therapiezeitpunktes beiträgt. Durch das Hörscreening-Tracking soll somit gewährleistet werden, dass die Kinder, die einen kontrollbedürftigen Erstscreening-Befund hatten bzw. nach der Geburt zeitnah kein Hörscreening erhalten haben, rechtzeitig untersucht werden um frühzeitig eine mögliche angeborene Hörstörung festzustellen und rechtzeitig eine entsprechende Therapie einzuleiten.